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U11 stellen sich bei den Jungadlern Mannheim einer großen Herausforderung

Es ist eine mittlerweile 40-jährige Tradition, dass die Jungadler Mannheim am Faschingswochenende acht Teams aus der Gruppe der Creme de la Creme im Deutschen U11-Eishockey zu einem intensiven Turnier über zwei Tage einladen. Für zwei Halbzeiten von je 18 Minuten geht es 3 gegen 3 aufs Kleinfeld, mit festgelegten Wechseln nach 45 Sekunden und im Modus jeder gegen jeden, bei dem ein Spiel das nächste jagt – mit anderen Worten: es ist intensiv.
Die River Rats hatten auch dieses Jahr die Ehre, dabei sein zu dürfen und sich so mit vier Teams aus Bayern (Augsburg, Kaufbeuren, Regensburg und Deggendorf), den Krefeld Pinguinen, den Kölner Junghaien und den Gastgebern aus Mannheim messen zu können. Es sollte die erwartet große Herausforderung für die jungen Rats werden.
Im ersten Spiel am frühen Samstagmorgen gegen Kaufbeuren merkte man unseren jungen Rats an, dass sie die Spielweise im 3 gegen 3 Format nicht gewohnt waren. Positionsspiel, die hohe Zahl an Fernschüssen und das Forechecking passten eher zum Spiel mit vier Feldspielern und so wurden die Rats in der ersten Hälfte ein ums andere Mal von sicheren Kaufbeurern ausgespielt, während sie selbst nur wenig Torgefahr ausstrahlten. Nach einer folgerichtigen 6:1-Niederlage und aufbauenden Worten von Coach Daniel Kunz in der kurzen Pause, verlief die zweite Hälfte gänzlich anders und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch voller Spannung. An dessen Ende holten die Geretsrieder ihren ersten Punkt, indem sie Kaufbeuren ein 2:2 Unentschieden abtrotzten. Sie hatten deutlich häufiger den frühen Pass zum besser postierten Mitspieler gespielt, waren bei Puckverlusten sofort nach hinten orientiert und zeigten kämpferisch eine klasse Leistung – sie hatten sich diesen Punkt wahrlich verdient.
Wer nun dachte, dass diese Entwicklung dazu führen würde, dass die Rats rasch in der 3 gegen 3 Spielweise angekommen waren, der wurde im nächsten Spiel gegen Augsburg leider enttäuscht. In der ersten Hälfte dominierte auf Seiten der Rats erneut der Versuch, mit Fernschüssen zum Erfolg zu kommen, was angesichts des geringen Verkehrs vor dem gegnerischen Tor und der Qualität der Goalies keinen Erfolg brachte. Und während auf Seiten der Geretsrieder im Spielaufbau recht viel Fokus auf Einzelleistungen zu erkennen war, kombinierten sich die Augsburger völlig uneigennützig vors Tor der Rats und spielten auch dort im Zweifelsfall nochmals quer, um dem Schlussmann der Rats wahrlich gar keine Chance mehr zu lassen.
Dieses Muster setzte sich in den nachfolgenden Spielen tendenziell fort, wobei es durchaus erfolgreiche Spielhälften gab. So konnte eine Hälfte gegen die Krefeld Pinguine mit 3:2 gewonnen werden, was in erster Linie dem Kampf bzw. Siegeswillen zu verdanken war. Der entscheidende Treffer fiel nach einem Querpass vor dem Krefelder Tor, der mehr als die halbe Miete war und wieder hatte man als Anhänger der Rats die Hoffnung, dass diese Erfolgserlebnisse die Spielweise für die nachfolgenden Partien verändern könnten. Dem war zunächst auch so, was sich in einem 2:1 Sieg der ersten Hälfte gegen Deggendorf spiegelte, der nur aufgrund der Chancenverwertung so knapp ausfiel. In der zweiten Hälfte gab es jedoch wieder einen Rückfall in alte Muster, und somit einer Niederlage.
In Sachen Kampf und Einsatzwillen konnte man den Rats überhaupt keinen Vorwurf machen und gegen Ende des Turniers wurde es auch spielerisch konstanter. Das und hervorragende Torhüterleistungen waren dafür verantwortlich, dass es gegen die beiden späteren Finalisten Köln und Mannheim nur denkbar knappe Niederlagen mit einem Tor Unterschied zu vermelden gab, die mit einem Quäntchen Glück mehr bzw. etwas weniger Pech auch in dem ein oder anderen Unentschieden hätten enden können. Dementsprechend geknickt gingen die Spieler nach den Partien vom Eis, doch Coach Kunz und sein Betreuerteam schafften es ein ums andere Mal, die Mannschaft für das nächste Spiel wieder aufzubauen.
Im abschließenden Platzierungsspiel um den 7. Rang gegen Deggendorf kam er dann, dieser unbeschreibliche Glücksmoment, der vieles vorher Geschehene in Vergessenheit geraten ließ: ein Sieg nach einer hochspannenden Partie im Penaltyschiessen. Nach regulärer Spielzeit mit einigen schönen Spielzügen und erneut tollem Einsatz auf beiden Seiten stand es 2:2 – am Schluss hatten die Geretsrieder dann die besseren Nerven und belohnten sich selbst auf die schönste Art und Weise. Die Schläger, Helme und Handschuhe flogen in die Luft und endlich durften sie die Welle in Richtung ihrer Fans anstimmen – man gönnte es dem Team von Herzen und es war auch schlicht verdient.

veröffentlicht am: 20.3.2025