Was war das bitte für ein Spiel in Erding??? Kurz ein paar Worte vorab: Der heutige Bericht wird ein kleines bisschen länger ausfallen als üblich, aber dieses Spiel kann man nicht mit ein paar Zeilen beschreiben. Aber nun zum eigentlichen Spielgeschehen.

Die Rats versuchten gleich zu Beginn Druck aufzubauen, die erste dicke Chance hatten aber die Gladiators. Den Direktschuss wehrte David Albanese jedoch mit der Stockhand sicher ab. Ein katastrophaler Fehlpass im eigenen Drittel führte dann zum 1:0, Torschütze war Michel mit einem knallharten Handgelenkschuss (5.). Nur Sekunden später klingelte es erneut im Kasten des ESC, Poetzel entwischte der Verteidigung und schob seinen Alleingang überlegt zum 2:0 ein (5.). Es kam knüppeldick für den ESC, denn mit zwei Mann mehr auf dem Eis ließen sich die Hausherren nicht lange bitten, das 3:0 durch Michel nach gerade mal 5:55. Es deutete sich ein weiteres Auswärtsdebakel an, ohne Albanese hätte es auch gut und gerne 5:0 oder 6:0 nach zehn Minuten stehen können. Ein großes Problem waren die Strafzeiten, denn in Überzahl machten die Gladiators mit den Rats was sie wollten. Ersatzkapitän Florian Lechner (Andreas Dornbach musste krank Zuhause bleiben) brachte ein Fünkchen Hoffnung zurück, völlig freistehend vor TSV-Torwart Albrecht vollendete er mit einem Handgelenkschuss unhaltbar auf die Stockhandseite (13.). Es kam sogar noch besser, den nach schönem Zuspiel von Moritz Lauer konnte auch Ondrej Horvath seinen Versuch im Kasten unterbringen - 3:2 (14.). Tatsächlich sah sich Gladiators-Coach Vogl in der 16. Spielminute zu einer Auszeit gezwungen, Verursacher war der Ausgleich für den ESC. Horvath eroberte mit einem starken Forechecking die Scheibe und im Nachschuss erzielte Ott das 3:3. So vogelwild wie der ESC in der Anfangsphase war, Erding spielte ab der 13. Minute noch wilder. Wieder führte eine Scheibeneroberung an der blauen Linie zum Erfolg, diesmal konnte Mäx Hüsken durch die Hosenträger von Albrecht abschließen (18.). Sogar der fünfte Treffer war noch drin, aber Horvath scheiterte am Torgestänge. Was für ein verrücktes Drittel, auf den Erdinger Dreifachschlag antworteten die Rats mit vier aufeinanderfolgenden Treffern!

Während der Drittelpause war es mit Sicherheit nicht gemütlich in der TSV-Kabine, sichtlich angefressen begannen die wütenden Gastgeber den zweiten Spielabschnitt. Erding war (welch Überraschung) vor allem in Überzahl weiterhin brandgefährlich und so konnte Borrmann von der Seite den 4:4 Ausgleich erzielen (24.). Die Gastgeber legten nach und gingen erneut in Führung. Die Rats waren viel zu inkonsequent vor dem eigenen Tor und in dem ganzen Durcheinander konnte Krzizok per Nachschuss das 5:4 erzielen (30.). Martin Köhler wurde nur wenig später traumhaft von Dominik Meierl bedient, unter großer Bedrängnis konnte er die Scheibe jedoch nicht mehr gefährlich genug Richtung Albrecht abfeuern. Die riesen Möglichkeit auf den Ausgleich hatte Ondrej Horvath, aber er scheiterte seitlich vor das Tor ziehend am TSV-Torwart. Beide Teams agierten längst mit offenem Visier, Chancen auf beiden Seiten waren reichlich vorhanden. Der Erdinger Michel war nach seinem Alleingang nur denkbar knapp vom Torerfolg entfernt, der Pfosten rettete für die Rats (sollte nicht das letzte Mal gewesen sein). Wieder dicht am 5:5 war dann Christopher Ott dran, aber auf das halbleere Tor verhinderten die Gladiators seinen Schuss in letzter Sekunde. Auch Fuchs konnte eine 2-1 Situation nicht gewinnbringend abschließen. Die schlechte Nachricht: Das Drittel ging mit 2:0 an die Gastgeber. Die gute Nachricht: Der ESC erarbeitete sich mit pausenlosen und aggressiven Forechecking zahlreiche Chancen und war weiterhin voll im Geschäft.

Die große Frage war: Kann der ESC auch im letzten Drittel das Tempo mitgehen und hier eventuell für eine faustdicke Überraschung sorgen? Zur Abwechslung konnte man eine Unterzahl mal einigermaßen souverän überstehen, das Spiel blieb vorerst offen. Erding schnürrte den ESC aber nur immer mehr im eigenen Drittel ein, Torchancen wurden für die Rats zur Mangelware. Die Gastgeber wollten es wissen, David Albanese war einmal mehr der Fels in der Brandung. Michel hatte das 6:4 auf dem Schläger, aber nach einem ganz feinen Solo schob er den Puck durch die Beine von Albanese am Tor vorbei. Sogar in eigener Überzahl brannte es nun im Geretsrieder Drittel, Zimmermann scheiterte mit seinem Alleingang. Dann endlich mal Chancen auf der richtigen Seite, aber sowohl Horvath wie auch Poch konnten Albrecht nicht überwinden. Der aufopferungsvolle Kampf der Rats wurde belohnt, Mäx Hüsken war mit einem verdeckten Schuss erfolgreich und erzielte fünf Minuten vor Schluss das 5:5. Nico Wischnewsky war nur Sekunden später frei vor dem Tor, aber Albrecht parierte. In Unterzahl rettet erneut der Pfosten für den ESC, kurz darauf verzieht Michel völlig frei vor dem Tor. In der letzten regulären Minute wieder eine Strafzeit für die Rats, die Nerven waren zum zerreißen gespannt. Erding feuerte aus allen Rohren und die Rats verteidigten mit Mann und Maus. Die Scheibe wollte trotz allerbesten Chancen für die Gastgeber nicht mehr über die Linie, der ESC erkämpfte sich schon mal einen Punkt sicher und erzwang die Verlängerung. Allein dieser eine Punkt war schon eine absolute Energieleistung. Wer hätte gedacht, dass die Rats hier tatsächlich überhaupt etwas Zählbares mitnehmen?

Die Verlängerung begann wieder sehr kritisch für die immer noch in Unterzahl agierenden Rats. Ein weiteres Mal verhinderte der Pfosten die Entscheidung für Erding, über mangelndes Glück durfte sich der ESC wahrlich nicht beschweren. Was hier abging war der Wahnsinn, Erding konnte selbst mit zwei Mann völlig blank vor David Albanese das Spiel nicht entscheiden. Für die endgültige Eskalation bei allen Geretsriedern im Stadion sorgte dann Dominic Fuchs, der seinen Alleingang eiskalt mit der Rückhand unter die Latte beförderte und dem ESC somit auch noch den Zusatzpunkt sicherte (63.).

Fazit: Was soll man nach so einem Spiel noch großartig schreiben? Klar hatten die Rats gerade im letzten Drittel sowie der Verlängerung viel Dusel, die Gladiators betrieben Chancenwucher der Extraklasse. Wie man sich nach dem schnellen Dreitore-Rückstand aber noch zurückgekämpft hat, war absolut beeindruckend. Dieser Abend in Erding war auf jeden Fall Werbung für den Eissport, die Gladiators werden die Niederlage verkraften und dem ESC tun die Punkte sehr gut. So und nicht anders muss man Auswärts auftreten, wenn man die Chance auf Punkte haben will. Hoffentlich können die Jungs den Schwung in die nächsten Spiele mitnehmen, noch ist alles drin.

09.12.2016 TSV Erding - ESC Geretsried 5:6 n.V. (3:4/2:0/0:1)

Tore: 2 x Maximilian Hüsken, Florian Lechner, Ondrej Horvath, Christopher Ott, Dominic Fuchs
Beihilfen: 2 x Dominik Meierl, 2 x Ondrej Horvath, Fabian Schlager, Moritz Lauer, Luis Rizzo, Michael Wiedenbauer
Strafen: TSV Erding 6 + 10 Min. (Borrmann Reklamieren)
ESC Geretsried 16 Min.
Zuschauer:   561

 

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