Pünktlich um 16:30 verschwand die strahlende Sonne über dem Heinz-Schneider Eisstadion und wurde von einer pechschwarzen Regenwolke abgelöst. Dementsprechend bescheiden waren die Wetterverhältnisse zu Spielbeginn. Das Schiedsrichtergespann entschied sich zu warten, um 18:45 ging es (immer noch unter strömenden Regen) dann endlich los.

Bereits nach zwei Minuten wurde es gleich mal richtig heikel für den ESC, denn die Gäste standen mit zwei Männern mehr auf dem Eis. Peissenberg brachte allerdings nicht gefährliches zustande. Wie es besser geht zeigten nur wenig später die Rats, als Mäx Hüsken ebenfalls in doppelter Überzahl zur frühen Führung vollendete (6.). Immer noch mit einem Mann mehr auf dem Eis scheiterte Daniel Merl kurz darauf am Pfosten. Obwohl es beständig weiter regnete, entwickelte sich ein den Umständen entsprechend flottes Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Weitere Treffer sind jedoch nicht gefallen, ein wieder glänzend aufgelegter Martin Morczinietz vereitelte einige Möglichkeiten.

Der erste Aufreger im zweiten Drittel ließ nicht lange auf sich warten. Es war bereits abgepfiffen und vor dem Tor von TSV-Torwart Felix Barth entwickelte sich ein Gerangel. Warum Barth dann jedoch wie von der Tarantel gestochen aus seinem Kasten hüpfte um mit der Stockhand auf Ondrej Horvath einzuprügeln, wird sein Geheimnis bleiben. Barth durfte zum Duschen, aber der ESC spielte die anschließenden Überzahlsituationen (u.a. 5-3) nicht konsequent genug aus. Vielmehr hatte man das Gefühl, dass die Gäste mit jeder vergebenen Überzahlsituation der Rats aufgebaut wurden. Die Nachlässigkeiten sollten sich bald rächen, denn der TSV konnte in Person von Eichberger zum 1:1 ausgleichen (31.). Je länger die Partie andauerte, desto schlechter wurde die Leistung des ESC. Statt geradlinig Richtung Gästetor zu spielen, versuchte man noch einen Pass und noch einen und noch einen... Zwar glücklich aber nicht unverdient, fälschte Müller die Scheibe unhaltbar ab und brachte die Gäste erstmalig in Führung (37.). Am Ende konnte man sogar froh sein, sich nicht noch einen dritten Gegentreffer gefangen zu haben.

Eine gute Nachricht gab es dann wenigstens hinsichtlich des Wetters, denn statt Starkregen nieselte es im letzten Spielabschnitt nur noch leicht. Die schlechte Nachricht: Peissenberg war im Powerplay zum 1:3 erfolgreich, Vogl verwertete einen Abpraller (44.). Im Anschluss vergab TSV-Kontingentspieler Morley ziemlich kläglich einen Penalty aber wenig später sollte es trotzdem im Kasten der Rats klingeln. Allerdings war dieser Treffer höchst umstritten. Dejan Vogl fälschte den Schuss mit einer klaren Handbewegung zur Scheibe kurz vor Martin Morczinietz entscheidend ab, ein irreguläres Tor (48.). Das 1:4 steckte den Rats schwer in den Knochen, Richtung Resch entwickelte sich kaum noch etwas Gefährliches. Die restliche Spielzeit plätscherte vor sich hin, was den Gästen natürlich recht war. Fünf Minuten vor Schluss erzielte Florian Barth sogar noch den fünften Treffer für Peissenberg (56.), das Spiel war allerdings ohnehin schon durch.

Fazit: Die Rats verloren ab Mitte des Spiels komplett den Zugriff auf die Partie und brachten offensiv wie defensiv kaum noch vernünftige Aktionen zusammen. Peissenberg spielte einfaches und effektives Eishockey, genauso sollte man bei solchen Witterungsverhältnissen agieren. Warum die Rats bei schlechtem Wetter oft selber am meisten zu knabbern haben, wird für immer ein Rätsel bleiben. Hoffentlich ist in zwei Jahren der Deckel drauf, eine Freiluftmannschaft wird der ESC wohl nicht mehr werden…

12.11.2017 ESC Geretsried – TSV Peissenberg 1:5 (1:0/0:2/0:3)

Tore:

Mäx Hüsken

Beihilfen:

Dominic Fuchs, Martin Morczinietz

Strafen:

ESC Geretsried 10 Min.
TSV Peissenberg 12 + 5 + Spd. (Barth F.)

Zuschauer:  

303

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