Dienstag der 28.06.2016, Stadtratssitzung in Geretsried. Das Eisstadion stand einmal mehr auf der Tagesordnung, doch diese Sitzung sollte aus Sicht des ESC anders verlaufen als die vorherigen.

Bevor wir näher auf den Beschluss eingehen, erst noch eine kurze Bestandsaufnahme: das Eisstadion ist (auch aufgrund seiner fehlenden Überdachung) mittlerweile an mehreren Stellen in die Jahre gekommen. Besonders problematisch ist die Situation mit der Eispiste und der Bande. Die Verrohrung der Piste kämpft bereits seit einigen Jahren im Bereich der Bögen (die an der Stirnseite der Bande verlaufen) mit Korrosion, was in der Vergangenheit bei der Eisaufbereitung am Saisonanfang regelmäßig zu einigen Schweißperlen auf der Stirn von Stadionchef Enrico Lehwald sorgte. Notdürftig mussten hier bereits zwei Lecks geflickt werden, die im schlimmsten Fall die ganze Saison zum Erliegen hätten bringen können. Auch die Bande ist durch die ständige Sonneneinstrahlung mittlerweile stark verbogen, die dort angebrachten Netze sind vor allem aus dem Sicherheitsaspekt suboptimal.

Diese Probleme waren bekannt und standen nun im Stadtrat zur Diskussion. Stadtarchitekt Christian Müller und Dr. Thümmler der AIC Gesellschaft aus Chemnitz erläuterten ausführlich die vorhandene IST-Situation und boten zwei Lösungen auf. Komplettsanierung der Piste mit neuer Bande oder Teilsanierung der Piste mit ebenfalls neuer Bande. Letztlich stand der zweite Vorschlag zur Abstimmung und nun das sehr erfreuliche Ergebnis aus Sicht des ESC: Der Stadtrat beschloss einstimmig!! die Teilsanierung der Piste mit Montage einer neuen Bande noch in diesem Jahr. Die Bande hat mehrere Vorteile: Zum einen ist sie durch die komplette Verglasung sicherer für Zuschauer und Spieler, zum anderen kann dort der Schall besser abgeleitet werden. Vor allem zweiteres dürfte bei einigen Anwohner für Erleichterung sorgen. Ob die Piste noch eine weitere Saison durchgehalten hätte weiß man nicht, daher war die Entscheidung des Stadtrats goldrichtig und ein klares Signal Pro Eissport Geretsried!

Erleichtert zeigten sich natürlich vor allem die Verantwortlichen beim ESC Sportstadion sowie beim ESC Geretsried. Stadionchef Enrico Lehwald zu der Entscheidung des Stadtrats: „Wir freuen uns über die Entscheidung. Das Glücksspiel -halten die alten Rohre / planmäßiger Saisonbeginn ja oder nein ist damit erledigt und wir können uns mit aller Kraft der neuen Saison und weiteren anstehenden Projekten widmen. Die Jahre haben viel Energie und Entbehrungen gekostet und jetzt sehen wir endlich, dass unseren Mühen belohnt werden.“

Apropos Mühen und Entbehrungen: Geschäftsführer Stefan Strobl kämpft bereits seit der Neugründung des ESC im Jahr 2006 für die Überdachung des Eisstadions, ist seit diesem Zeitpunkt immer in der Vorstandschaft vertreten. Für ihn ist diese Entscheidung ein richtungsweisendes Signal der Stadt: „Für uns Eissportler bzw. für uns Sportler, bedeutet dieser - einstimmige - Stadtratsbeschluss weit mehr als nur eine funktionsfähige und zuverlässige Basis für unsere Eisfläche und eine neue und sicherer Bande zu bekommen. Für uns Sportler heißt es endlich nach langen Jahren des Sparens und der vielen Abstriche wieder eine neue Linie in der Politik zu erkennen. Wir wollen nicht vergessen, dass auch die Freunde des Fussballs mit einem neuem Kunstrasenplatz bedacht wurden und dass erkennbar ist, dass Geretsried wieder als
Sportstadt gelten möchte. Ob eine Teil- oder Komplettsanierung der Piste sinnvoller ist, kann Strobl klar beantworten: „Bei den Überlegungen bezüglich der Reparatur der Betonfläche war es unser großes Anliegen
die Investitionen und Reparaturen möglichst so zu gestalten, dass nicht nur die Sportler davon profitieren. Die Sparmaßnahmen an der Betonfläche wurden von uns angeregt und gerne mitgetragen, um dafür sicherere und vor allem leisere Banden zu bekommen. Wir wissen, dass wir seit dem Dachrückbau unsere Nachbarn an die Grenze des Hinnehmbaren treiben. Diese neuen Banden sollen zu einer deutlich  wahrnehmbaren Reduzierung der Geräuschimmissionen beitragen. Wir freuen uns sehr, dass unser und das Engagement aller anderen Sportverein wieder Beachtung findet und seitens der Politik auch die  Notwendigkeit erkannt wurde nicht nur Sportstätten zu bauen, sondern diese auch zu unterhalten. Wir für unseren Teil werden versuchen noch mehr als bisher zurückzugeben und vor allem den Schulsport im Eisstadion noch mehr Gewicht zu verleihen. Vielen Dank an die Entscheidungsträger.“

Deutlich erleichtert zeigte sich auch der 1. Vorstand Tommi Stöber: „Diese Entscheidung ist für den Eissport in Geretsried auf jeden Fall perfekt! Ich bedanke mich in erster Linie bei unserem Bürgermeister Michael Müller, da er uns immer das Gefühl gegeben hat, dass es mit dem Eissport in Geretsried weiter geht. Ein großes Dankeschön auch an den Sportreferenten Wolfgang Werner, der sich so unermüdlich für alle Vereine in Geretsried einsetzt. Natürlich ist es eine mehr als schwierige Aufgabe, alle Sportvereine in Geretsried zu unterstützen und nur wenige möchten in diesen schweren Zeiten solche Projekte entscheiden müssen. Wir, der ESC Geretsried, egal ob Stadionverein oder Sportverein, haben nicht aufgehört an den Erhalt des Stadions zu glauben, denn wir geben hier sehr vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit den schönsten Sport der Welt zu betreiben.“

Bei aller Euphorie muss jetzt zügig etwas passieren. Der Zeitplan ist sehr eng gestrickt, bis Anfang Oktober sollen (müssen) die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Der ESC wird in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Architekturbüro versuchen, alle möglichen Hebel in Bewegung zu setzen, damit ein geregelter Saisonbeginn ab Oktober realisiert werden kann. Wir halten euch über den Baufortschritt auf unserer Facebookseite wie auch auf der Homepage auf dem Laufenden.

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