Endlich gehts los, Playoffs Baby! David vs. Goliath, ESC vs. ECDC, Rats gegen Indians. Schmerzlich vermisst wurden auf Seiten des ESC die beiden Mittelstürmer Ondrej Horvath und Domi Meierl, welche verletzt bzw. krank zum Zuschauen verdammt waren. Andrä musste umstellen, Zvonik spielte zwischen Heller und Berger. In der dritten Reihe rückte Rizzo nach vorne in die Mitte, dafür kehrte Michi Wiedenbauer wieder nach Verletzungspause zurück.

Die Indians fackelten nicht lange und zeigten gleich mal, wohin die Reise führen soll. An der eigenen blauen Linie bekam der ESC die Scheibe nicht geklärt, am Ende der Passstafette musste Galoha nur zum 1:0 vollenden (2.). Die Rats schüttelten sich kurz und konnten tatsächlich in Überzahl durch Zvonik umgehend den Ausgleich herstellen (5.). Gefährlich wurde es immer bei Tempogegenstößen der Hausherren, durch seine läuferische Klasse erarbeitete sich der ECDC viele 2-1 und 3-2 Situationen. Eine davon nutzte Rinke-Leitans, im Nachschuss ließ er Martin Morczinietz keine Abwehrchance (10.). Die Rats waren zwar größtenteils mit Abwehrarbeit beschäftigt, igelten sich aber nicht komplett hinten ein. Vollmer musste durchaus eingreifen, die 100%ige Großchance blieb jedoch aus.

Auch im zweiten Drittel kamen die Gastgeber, bedingt durch eine Strafzeit gegen Hüsken, wie die Feuerwehr aus der Kabine. Drei Mal brannte es lichterloh vor und im Torraum, doch Morczinietz entschärfte alle Versuche. Durch zwei weitere Strafzeiten spielten die Rats ca. 15 Sekunden in doppelter Unterzahl und das reichte den Indians, wieder war Rinke-Leitans erfolgreich (29.). Zusätzlich war man wegen Reklamierens weiterhin in Unterzahl, das nächste Tor für Memmingen lag in der Luft. Doch ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Bei einem Break wurde Bene May regelwidrig von den Beinen geholt, der fällige Penalty zappelte im Netz von Vollmer (30.). In der gleichen Unterzahl kassierte man dann aber doch den Gegentreffer, Huhn stand goldrichtig und staubte zum 4:2 ab (31.). Mit einem Traumtor legten die Indians das 5:2 nach. Galoha und Sven Schirrmacher kombinierten sich mit punktgenauen Pässen durch die Rats-Defensive, am Ende ging einfach alles zwei Nummern zu schnell (33.). Spätestens nach dem 6:2 war die Messe gelesen, Miettinen stürmte alleine auf das Gästetor und ließ dem Rats-Keeper keine Chance (38.). Memmingen war jetzt richtig on Fire und dachte gar nicht daran einen Gang zurückzuschalten. Wieder war man den entscheidenden Schritt zu spät, am Ende trudelte die Scheibe durch die Hosenträger von Morczinietz über die Torlinie (38.). Gut für die Moral war dann der dritte Treffer für den ESC, im Powerplay kämpfte Klaus Berger die Scheibe per Nachschuss zum 7:3 in das Indians-Gehäuse (40.).

Die Jungs von Ludwig Andrä ließen die Köpfe im Schlussabschnitt nicht hängen und versuchten den Rückstand zu verkürzen. Aber sowohl Jorde wie auch Fuchs und Berger konnten ihre durchaus guten Chancen nicht in etwas Zählbares verwandeln. Die Indians machten kurz vor Schluss noch zwei weitere Tore, Piskor im Nachschuss (57.) sowie Timo Schirrmacher (58.) erhöhten auf 9:3. Zweistellig wurde es nicht, das hätten die Rats allerdings auch nicht verdient.

Fazit: Memmingen wurde extrem stark eingeschätzt und hat dies auch eindrucksvoll bewiesen. Mit starken Kombinationen haben die Hausherren den ESC ein ums andere Mal ins Leere laufen lassen, da war heute einfach nichts zu holen. Man merkte einigen Jungs auch die Nervosität an, viele standen zum ersten Mal überhaupt in einem Playoff-Viertelfinale. Mit neuem Mut und vielleicht etwas weniger Respekt wird im Heimspiel neu angegriffen.

23.02.2018 ECDC Memmingen - ESC Geretsried 9:3 (2:1/5:2/2:0)

Tore:

Vladimir Zvonik, Benedikt May, Klaus Berger

Beihilfen:

2 x Hans Tauber, Christian Heller, Daniel Merl

Strafen:

ECDC Memmingen 22 Min.
ESC Geretsried 22 + 10 Min. (Englbrecht)

Zuschauer:  

1672

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