Nach dem nicht zu erwartenden 6:3 Heimerfolg fand das Rückspiel in Lindau am unmittelbar darauffolgenden Sonntag statt. Der EVL konnte mittlerweile einen neuen Trainer aufweisen und war fest entschlossen die Pleite vom Hinspiel wieder geradezurücken. Der ESC musste neben dem verletzten Martin Morczinietz auch noch kurzfristig auf Kapitän Martin Köhler verzichten. Zudem sind im Laufe der Partie mit Michael Wiedenbauer und Luis Rizzo gleich zwei Verteidiger ausgefallen. Dafür gab Bernhard Jorde sein Comeback, überraschenderweise nahm er Köhlers Platz in der zweiten Sturmreihe ein.

Ähnlicher Spielbeginn wie am Freitag, beide Teams begannen etwas verhalten. Ondrej Horvath prüfte erstmalig EVL-Schlussmann Zabolotny doch dieser entschärfte ohne Probleme. Kritisch wurde es dann bei zwei aufeinanderfolgenden Strafzeiten gegen die Rats, aber David Albanese bewahrte seine Mannschaft mit zwei Glanztaten vor dem Rückstand. Womit die Burschen von Ludwig Andrä, wie auch am Freitag, aber überhaupt nicht zurechtkamen, war das unfassbar aggressive Unterzahlspiel der Islanders. Da musste man phasenweise mehr Angst haben, dass es hinten klingelte. Der Spielverlauf verlagerte sich zunehmen Richtung ESC-Tor, Lindau machte mehr Druck und ging folgerichtig durch Smith in Führung (17.). Vorausgegangen war dem ganzen allerdings ein kapitaler Fehlpass im gegnerischen Drittel, den Konter schloss der US-Import am Ende perfekt zum 1:0 ab. Wiederum Horvath hatte bei einer 2-1 Situation eine gute Möglichkeit, die Hausherren waren jedoch im ersten Drittel größtenteils spielbestimmend. Ein Geschenk hatte dann Zabolotny parat, der die Scheibe hinter dem eigenen Tor ziemlich leichtfertig vertändelte. Mäx Hüsken nahm dankend an und erzielte zwei Sekunden vor Drittelende den Ausgleich in das verwaiste Islanders-Gehäuse (20.).

Mit einem schönen Spielzug stellte der EVL früh im zweiten Spielabschnitt die erneute Führung her. Über Paul und Laux landete die Scheibe beim einschussbereiten Kirsch, der präzise zum 2:1 abschließen konnte (22.). Die Rats hatten vor allem Offensiv ziemliche Probleme, viele Torchancen gab es nicht zu notieren. Lindau fackelte jetzt auch nicht unbedingt ein Offensivfeuerwerk ab, war allerdings trotzdem deutlich gefährlicher als der ESC. Vor allem in Überzahl witterten die Islanders ihre Chance und feuerten aus allen Rohren, doch die Abwehr um den wieder starken Albanese hielt zunächst stand.

Gut reingekommen sind die Rats in den Schlussabschnitt aber Lindau war mit dem ersten Angriff erfolgreich. Durch einen Stellungsfehler in der Hintermannschaft kam Paul völlig frei zum Abschluss (43.). Der ESC steckte jedoch nicht auf und versuchte vorne mutiger zu agieren. Mit Erfolg: Bene May zeigte auf der linken Seite ganz viel Übersicht und bediente Merl perfekt, der per Direktabnahme zum 3:2 Anschluss einnetzen konnte (45.). Die Hausherren versuchten in der Folgezeit den Sack zuzumachen, scheiterten aber entweder am Schlussmann der Rats oder der eigenen Abschlussschwäche. Richtig dramatisch wurde es in der Schlussminute. Klingler musste nach einem Check gegen Kopf und Nacken mit einer Spieldauer runter und Andrä brachte den sechsten Feldspieler für Albanese. Tatsächlich hatte Ondrej Horvath bei 6-4 die große Möglichkeit auf den Ausgleich aber Zabolotny blieb auch in diesem Duell der Sieger und lenkte den Schlagschuss gerade noch so mit der Fanghand über sein Tor. Der dritte Versuch von Lindau auf das leere Tor der Rats landete dann mit der Schlusssirene im Kasten, das 5:3 von Haug hatte jedoch nur noch statistischen Wert (60.).

Fazit: Lindau war an diesem Abend besser und hat verdient gewonnen, den Rats fehlte vor allem Offensiv etwas der Mut. Trotzdem zeigte man eine engagierte Leistung und hielt das Spiel bis zur Schlusssekunde offen, mit gesenktem Kopf musste keiner die Heimfahrt vom Bodensee antreten. Wohin die Reise geht wird das kommenden Wochenende zeigen. Am Freitag ist der ESC in Peissenberg zu Gast, am Sonntag kommt es zum Heimderby gegen den TEV Miesbach. Bisher konnte man an jedem Wochenende zu mindestens einen Sieg einfahren. Bleibt zu hoffen, dass das auch weiterhin gelingt. Mit dieser tollen Moral ist alles möglich, bisher können die Fans der Rats mit der Verzahnungsrunde mehr als zufrieden sein.

04.02.2018 EV Lindau – ESC Geretsried 4:2 (1:1/1:0/2:1)

Tore:

Maximilian Hüsken, Daniel Merl

Beihilfen:

Benedikt May, Stephan Englbrecht

Strafen:

EV Lindau 10 + 5 + Spd. (Klingler)
ESC Geretsried 12 Min.

Zuschauer:  

647

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