Die Konstellation vor dem Spiel war klar: Memmingen brauchte einen Sieg um Meister zu werden und die Rats brauchten den Sieg um die Aufstiegsrunde sicher zu erreichen. Vor großartiger Kulisse (2249 Zuschauer) jubelten am Ende allerdings nur die Gastgeber, die nach einen hart umkämpften Spiel mit 2:1 die Oberhand behielten und erstmalig den bayerischen Meistertitel feiern konnten.

Die Taktik war von Anfang an klar: Bloß nicht die Offensivmaschine der Indians in Schwung kommen lassen. Tatsächlich schafften es die Rats die anfängliche Euphorie rauszunehmen und ihrerseits Nadelstiche zu setzen. Die Chancen auf eine Gästeführung waren im ersten Drittel durchaus vorhanden, aber wieder einmal machte ein starker Joey Vollmer sowie die eigene Chancenverwertung einen Strich durch die Rechnung. Bereits in der vierten Minute bekamen die Rats einen Penalty zugesprochen, Vollmer behielt gegen Hüsken jedoch die Ruhe und parierte sicher. Danach war  Lechner an der Reihe aber er scheiterte erst an Vollmer und setzte den Nachschuss dann an den Pfosten. Freilich hatten auch die Gastgeber mehr als nur eine Chance auf den Führungstreffer, aber David Albanese war wie sein Gegenüber hellwach und reagierte mehrmals glänzend.

Allzu viele Chancen hatte der ESC in Durchgang Zwei nicht mehr, was vor allem an den nun sehr häufigen Unterzahlsituationen lag. Der Schiedsrichter schickte reihenweise Gästespieler auf die Strafbank, 5 vs. 5 war die Seltenheit. Umso bemerkenswerter war das ausgezeichnete Unterzahlspiel der Rats, die bis zum Spielende alle Unterzahlsituationen schadlos überstehen sollten. Memmingen drückte noch mehr Richtung Albanese und nach einem der seltenen Fehler in der Hintermannschaft erzielte ECDC-Neuzugang Piskor per Direktschuss das 1:0 (31.). Die Gastgeber wollten schnell nachlegen und hätten dies beinahe in Form von Varecha gemacht, denn nachdem angeblich ein Rats-Spieler im eigenen Torraum die Hand auf die Scheibe gelegt hatte, gab es Penalty für die Hausherren. Albanese blieb lange stehen und Varecha vergab die Möglichkeit auf den Doppelschlag. Der Druck wurde trotzdem immer größer, was wieder an zahlreichen Strafzeiten lag, die wie bereits erwähnt jedoch alle überstanden wurden. 

Denkbar schlecht war dann der Start in den Schlussabschnitt. Der aufgerückte Benda war vor dem Tor einfach energischer als alle ESC´ler und drückte im Nachschuss die Scheibe zum 2:0 über die Linie (41.). Die Rats hatten das Spiel aber noch lange nicht abgehakt und kamen durchaus zu Möglichkeiten. Wieder wurde ein Penalty gegen Memmingen ausgesprochen und wieder rettete Vollmer für seine Vorderleute. Pechvogel war diesmal Klaus Berger, der seinen Versuch wie auch Hüsken im ersten Drittel nicht unterbringen konnte. Den Bann brach der seit Wochen wieder in Topform befindliche Dominik Meierl, der den Puck per Rückhand unhaltbar ins Kreuzeck nagelte (49.). Die Indians spielten nun ihre komplette Routine aus und hielten die Rats möglichst weit von eigenen Tor entfernt. Chancen waren Mangelware und auch die Zeit lief gegen die Gäste. Die beste Möglichkeit hatte noch Hüsken, der frei im Slot zum Schlagschuss gekommen ist. Sein Versuch verfehlte jedoch das Tor von Vollmer und so lagen sich die Zuschauer nach Spielende in den Armen, beim ESC hingegen hingen die Köpfe doch ziemlich tief.

Fazit: Nachdem alle anderen Partien beendet waren, fehlte dem ESC tatsächlich nur ein Tor um die Aufstiegsrunde zu erreichen. Wäre man in die Verlängerung gekommen und hätte einen Punkt geholt: Das Torverhältnis hätte den Ausschlag zugunsten der Rats gegeben. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und so findet sich der ESC gemeinsam mit Moosburg, Passau, Schongau, Pfaffenhofen und Germering in der Abstiegsrunde wieder. Man muss die guten Leistungen aus der Vorrunde nun bestätigen, denn die Abstiegsrunde fängt bekanntlich für alle Mannschaften bei 0 an.

 

15.01.2017 ECDC Memmingen – ESC Geretsried 2:1 (0:0/1:0/1:1)

Tore:

Dominik Meierl

Beihilfen:

Benedikt May 

Strafen:

ECDC Memmingen 8 Min.
ESC Geretsried 20 Min. + 10 Min. (Jorde)

Zuschauer:  

2249

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